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SPIRIT–SCAN · THEMEN IM BIBLISCHEN CHECK

WitchTok: Zauberei im Feed – Freiheit in Christus

Ein Smartphone mit einem Kerzenvideo neben einem geschlossenen Buch im Morgenlicht. Feine Scannerlinien lenken den Blick auf den Feed.
Was verspricht der Feed?

Ein Liebeszauber per Klick, ein Schutzritual im Kurzvideo, ein Versprechen von Macht über das eigene Leben: Unter dem Begriff WitchTok begegnet uns modernes Hexentum im Social-Media-Feed. Für Christen stellt sich dabei eine entscheidende Frage: Wem vertraue ich mich an – und welche geistliche Orientierung vermittelt mir diese Praxis?

In meinem Short "Zauber für 9,99 €? Was hinter #WitchTok steckt" greife ich dieses Thema auf. Hier schauen wir genauer hin: Was wird unter WitchTok verstanden? Warum ist Zauberei aus biblischer Sicht problematisch? Und worin liegt die Freiheit, die Jesus Christus zusagt?

Was ist WitchTok?

WitchTok bezeichnet einen Bereich von TikTok, in dem sich Menschen über modernes Hexentum, magische Praktiken und ihre spirituellen Vorstellungen austauschen. Es handelt sich um eine vielfältige Szene. Wicca, neuheidnische Vorstellungen, esoterische Lehren und persönliche Mischformen können sich dort begegnen. Ein einzelner Account steht deshalb nicht für alle Beteiligten.

Zu den dokumentierten Inhalten gehören Ritualvideos, magisch gedeutete Kerzen und Kräuter sowie Angebote zu Liebe, Schutz oder Geld. Auch das Vorführen und Verkaufen von Gegenständen gehört dazu. Chris Miller hat solche Videos und Kommentare bereits 2022 untersucht. Zur Untersuchung.

Eine Kerze, eine Pflanze oder ein schönes Bild ist für sich noch keine Zauberei. Entscheidend ist die zugeschriebene Funktion: Soll ein Gegenstand durch ein Ritual geistliche Macht vermitteln, jemanden binden, Schaden abwehren oder ein gewünschtes Ereignis herbeiführen? Genau an diesem Anspruch setzt die biblische Prüfung an.

Warum das Versprechen von Kontrolle so anziehend ist

Im epd-Interview vom 14. Juli 2026 beschreibt der evangelische Pfarrer Fabian Maysenhölder die Vielfalt der Szene, ihre ästhetische Inszenierung und kommerziellen Angebote. Über den Wunsch, mit Ritualen Einfluss zu gewinnen, sagt er:

"In einer unsicheren Welt verspricht dieses magische Denken eine Form von Macht."

Fabian Maysenhölder · epd-Interview, 14. Juli 2026

Die Sehnsucht dahinter ist verständlich: geliebt werden, Sicherheit finden, mit Kränkungen umgehen, die Zukunft bewältigen. Gerade deshalb lohnt es sich, genau hinzusehen. Ein geistliches Angebot wird nicht dadurch vertrauenswürdig, dass es ein echtes Bedürfnis anspricht. Welche Hilfe wird versprochen? Auf welche Macht soll ich mich verlassen? Und was geschieht mit meinem Vertrauen auf Gott?

SPIRIT–SCAN · GEISTLICHE ANSPRÜCHE PRÜFEN

01

Was wird versprochen?

Liebe, Schutz oder Einfluss durch ein magisches Ritual?

02

Wem gilt das Vertrauen?

Gott – oder einer vermeintlich verfügbaren geistlichen Macht?

03

Wohin führt der Weg?

Zur Nachfolge Jesu oder tiefer in magische Praktiken?

Der biblische Maßstab: ungeteiltes Vertrauen auf Gott

In 5. Mose 18,9–14 wird Israel davor gewarnt, die religiösen Praktiken der umliegenden Völker zu übernehmen. Wahrsagerei, Zauberei und die Befragung von Toten werden ausdrücklich genannt. Der Abschnitt mündet in die Aufforderung:

"Du sollst dich ungeteilt an den HERRN, deinen Gott, halten."

5. Mose 18,13 · revidierte Elberfelder

Hier geht es um die geistliche Bindung des Menschen. Gottes Volk soll sich von ihm leiten lassen. Die Suche nach verborgener Erkenntnis oder nach magisch verfügbarer Macht steht dazu im Widerspruch. Diesen Maßstab legen wir auch an heutige Angebote an: Worauf richtet sich mein Vertrauen, wenn ich einen Zauber anwende oder dafür bezahle?

Auch im Neuen Testament wird Zauberei nicht als neutraler spiritueller Weg behandelt. Galater 5,19–23 zählt sie zu den Werken des Fleisches. Dem stellt Paulus die Frucht des Geistes gegenüber: ein Leben, das durch Gottes Geist geprägt wird. Christliche Freiheit bekommt ihren Ausdruck im Glauben und in der Liebe zum Nächsten.

Macht eine gute Absicht einen Zauber unbedenklich?

Ein Ritual kann freundlich klingen und dennoch einen magischen Anspruch erheben. Wer Schutz, Gesundheit oder Liebe sucht, verfolgt zunächst ein verständliches Anliegen. Für die geistliche Beurteilung gehören aber auch der gewählte Weg und die angerufene oder vorausgesetzte Macht dazu.

Bei Liebeszaubern kommt eine weitere Frage hinzu: Soll der Wille eines anderen Menschen beeinflusst oder gebunden werden? Christliche Liebe begegnet dem anderen als Person und sucht sein Wohl. Rachezauber richten sich unmittelbar gegen den Nächsten. Solche Ziele lassen sich mit der Liebe, zu der Christus ruft, nicht vereinbaren.

Die Bezeichnung eines Rituals als "weiß", "positiv" oder "energetisch" entscheidet deshalb nicht über seine biblische Einordnung. Maßgeblich bleibt, was tatsächlich praktiziert wird und wem dabei geistliche Autorität eingeräumt wird. Aus dieser Perspektive rate ich Christen, sich auf magische Praktiken nicht einzulassen.

Ephesus: eine erkennbare Abkehr von der bisherigen Praxis

Eine besonders eindrückliche Begebenheit steht in Apostelgeschichte 19,18–20. Menschen, die zum Glauben gekommen waren, bekannten ihre bisherigen Taten. Zahlreiche Personen, die Zauberei getrieben hatten, brachten ihre Bücher zusammen und verbrannten sie öffentlich. Der hohe Wert der Bücher zeigt, dass diese Entscheidung sie etwas kostete.

Der Zusammenhang ist wichtig: Der Name Jesu wurde in Ephesus bekannt, Menschen wandten sich ihm zu, und ihr Umgang mit der bisherigen magischen Praxis veränderte sich. Die Bücherverbrennung war Ausdruck dieser Abkehr. Sie machte deutlich, dass sie an ihrem bisherigen Weg nicht festhalten wollten.

Für die Gegenwart liegt darin eine konkrete Frage: Bin ich bereit, Praktiken aufzugeben, die dem Vertrauen auf Christus widersprechen? Das kann bedeuten, entsprechende Angebote nicht weiter zu nutzen, magische Dienste nicht mehr zu bestellen und sich von Hilfsmitteln zu trennen, die an diese Praxis binden. Der entscheidende Schritt ist die Hinwendung zu Jesus Christus.

Freiheit in Christus

"Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein."

Johannes 8,36 · revidierte Elberfelder

Jesus spricht in Johannes 8,31–36 über das Bleiben in seinem Wort und über die Knechtschaft der Sünde. Die Freiheit, die er zusagt, gründet in ihm. Sie lässt sich weder kaufen noch durch eine bestimmte Ritualfolge herstellen. Wer zu Christus kommt, darf ihm auch Schuld und verfehlte geistliche Wege bekennen.

Gerade darin liegt die christliche Hoffnung für Menschen, die sich auf Zauberei eingelassen haben: Sie dürfen sich Jesus anvertrauen und ihm nachfolgen. Gottes Gnade lädt zur Umkehr ein. Es braucht keine weitere magische Absicherung, um die bisherige Praxis durch eine neue zu ersetzen.

Wie du auf WitchTok-Angebote reagieren kannst

  1. Prüfe den geistlichen Anspruch. Welche Macht soll wirken? Was wird über Gott, den Menschen und geistliche Kräfte behauptet?
  2. Nimm die biblischen Grenzen ernst. Lass dich von einer schönen Inszenierung oder positiven Bezeichnung nicht davon abhalten, die Praxis selbst zu beurteilen.
  3. Wende dich an Jesus Christus. Bekenne ihm, worauf du dich eingelassen hast, und suche Orientierung in seinem Wort.
  4. Suche verlässliche christliche Begleitung. Ein Gespräch mit einem bibeltreuen Christen oder einer Gemeinde kann helfen, Fragen zu klären und die bisherigen Wege zu verlassen.

Mein Short zum Thema

ACHTUNG LICHTARBEIT · SHORT · 1:31 MIN.

Zauber für 9,99 €?
Was hinter #WitchTok steckt

Das Short führt vom Versprechen magischer Kontrolle zu den biblischen Warnungen und zur Freiheit in Jesus Christus.

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Zum Weiterlesen: Hexen und Wicca im Lexikon · Magie im Lexikon · Kartenlegen und Tarot im Lexikon.

Quellen und Bibelstellen

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